LURUU - Lasereinsatz zur Unkrautregulierung bei resistenten Ungräsern und Unkräutern

Lasereinsatz zur Unkrautregulierung bei resistenten Ungräsern und Unkräutern

Weggelasert!

Der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel im Ackerbau wird zunehmend kritisch gesehen. Während die Öffentlichkeit besorgt auf die Folgen für Umwelt und Natur schaut, machen den Landwirten insbesondere bei Herbiziden zunehmend Resistenzen zu schaffen. Daher sind Alternativen zu herkömmlichen Herbiziden gefragt. Gemeinsam mit zwei engagierten Landwirten, dem Pflanzenschutzamt der Landwirtschaftskammer Niedersachsen sowie dem Laser Zentrum Hannover e.V. arbeitet das NAN an einer innovativen Idee: Unkräuter und Ungräser werden über eine Kamera identifiziert und mit einem Laser bestrahlt und so geschädigt. Bei den zweikeimblättrigen Unkräutern sind bereits erfolgreiche Versuche gelaufen. Im Projekt LURUU soll diese umweltfreundliche Innovation auf einkeimblättrige Ungräser übertragen werden.

Chemieeinsatz reduzieren
 

Um Unkräuter und Ungräser zurückzudrängen, sind die klassischen ackerbaulichen Maßnahmen ganz wesentlich: die Fruchtfolgen müssen erweitert und Aussaatzeiten verschoben werden. Auch ein wieder verstärktes Pflügen wird diskutiert. Dies gemeinsam mit innovativen Methoden wie dem Einsatz von Lasertechnik wird den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel reduzieren. 


Damit der Laser jedoch zielgerichtet zum Einsatz kommt, müssen die Unkräuter zunächst mit einer Kamera und einer Software zu Objekterkennung identifiziert werden. Im zweiten Schritt kommt der Laser zum Einsatz und bestrahlt sehr spezifisch das Wuchszentrum des Unkrauts. Die damit verbundene thermische Schädigung war in ersten Vorversuchen vielversprechend. Das Unkraut wird im Wachstum zurückgeworfen und die umstehenden Kulturpflanzen erhalten so einen Vorsprung im Ringen um Licht, Wasser und Nährstoffe. Im Projekt LURUU soll dieser Ansatz nun auch auf Ungräser wie Windhalm und Ackerfuchsschwanz ausgeweitet werden. Bei Gräsern ist im Vergleich zu zweikeimblättrigen Pflanzen das Wuchszentrum schwieriger zu lokalisieren.

Unerwünschter Ackerfuchsschwanz 


Ackerfuchsschwanz (Alopecurus myosuroides) und Windhalm (Apera spica-venti) sind im Ackerbau unerwünschte Gräser. In einem zunehmenden Umfang reagieren sie resistent auf Herbizide und lassen sich so kaum noch regulieren. Diese Resistenz tauchte zunächst in den Fluss- und Küstenmarschen Niedersachsens auf. Mittlerweile ist die Herbizidresistenz auch in den Bördelandschaften verbreitet. Hervorgerufen und verstärkt wird der Verlust der Wirksamkeit von Herbiziden u.a. durch die einseitige Anwendung von chemischen Pflanzenschutzmitteln einer Wirkstoffgruppe sowie durch eine fehlende Weiterentwicklung neuer Wirkstoffe. Im Zusammenspiel mit engen Fruchtfolgen im Getreide und zunehmender pfluglosen Bodenbearbeitung hat dies die Resistenzbildung von Ungräsern und Unkräutern gegenüber zahlreichen Herbiziden massiv gefördert.

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Der Praxistest


Das Projekt LURUU untersucht den Einsatz von Lasern zur Unkrautbekämpfung in Praxisbetrieben. Zwei Landwirte, die nördlich von Hannover wirtschaften, machen mit. Dazu wurde ein praxistaugliches Laserbehandlungsgerät entwickelt, das sowohl Ackerfuchsschwanz als auch Windhalm effektiv und nachhaltig bekämpft. Auf der Untersuchungsfläche werden unterschiedliche Bekämpfungsstrategien bei bereits auftretenden vereinzelten Herbizidresistenzen umgesetzt. Anhand der gewonnenen Daten wird die Laserbehandlung im Praxisbetrieb analysiert und aus ackerbaulicher, technischer und wirtschaftlicher Sicht bewertet.

Projektpartner


Das Projekt „Lasereinsatz zur Unkrautregulierung bei resistenten Ungräsern und Unkräutern“, kurz LURUU, wird von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen aus Mitteln des ELER-Fonds im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft „Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft" (EIP Agri) gefördert. Das Projektteam, die „Operationelle Gruppe“, besteht aus den Landwirten Friedel Könecke und Bernd Dröse aus der Region Hannover, dem Netzwerk Ackerbau Niedersachsen e.V. (NAN), dem Pflanzenschutzamt der Landwirtschaftskammer Niedersachsen sowie dem Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH).

Das Projekt läuft von Februar 2020 bis April 2023.

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Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete mit der Maßnahme: Europäische Innovationspartnerschaft.

Mit dieser Maßnahme wird die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Ernährungswirtschaft und Wissenschaft unterstützt. Ziel ist die Durchführung von Projekten, die zu Innovation und einer Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit in der Landwirtschaft führen.

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EIP Agri Niedersachsen - Projekt

Das Projekt wird gefördert aus Mitteln des ELER-Fonds. Informationen hierzu können dem Link www.eler.niedersachsen.de  entnommen werden.