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Stickstoff im Ackerbau:
Mit einer teilflächenspezifischen Anwendung zu mehr Effizienz

Precise Nitrogen (PreciseN)

Umweltfreundlich und effizient?

Die EU-Nitratrichtlinie gibt ein klares Ziel vor: Der Nitratgehalt in Grund- und Oberflächengewässern muss in Deutschland konsequent reduziert werden. Die daraus resultierenden komplexen Regelungen fordern viele landwirtschaftliche Betriebe dazu auf, ihre Stickstoffdüngung in einigen Gebieten pauschal zu reduzieren. Im Projekts PreciseN sollen Teilflächenunterschiede auf Praxisschlägen bei der Stickstoffdüngung berücksichtigt werden. Ziel ist es das volle Ertragspotenzial der der Pflanzenbestände auszuschöpfen und gleichzeitig Stickstoffausträge in die Umwelt zu minimieren.

Präzisionslandwirtschaft im Praxistest

Vier Landwirtschaftsbetriebe im Raum der Bezirksstelle Braunschweig der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) haben für das Projekt 2020/21 Versuchsflächen auf heterogenen Standorten mit sandigen, tonigen sowie lehmigen Böden angelegt. Auf Streifen von je einer Spritzbreite wurde die N-Düngung nach verschiedenen Verfahren beim Weizenanbau durchgeführt.

Vorgehen Projekt  PrecisesN.png

Dabei wurden folgende Düngevarianten angelegt:

  1. Maximale Stickstoffdüngung entsprechend der Düngeverordnung in drei Gaben ohne Berücksichtigung von Teilflächenunterschieden
     

  2. Verteilung der Stickstoffdüngung nach aktuellen Satellitenbildern, die die jeweilige Bestandsentwicklung zeigen
     

  3. Variation von Stickstoffdüngerverteilung und –menge anhand eines Ökosystemmodell, dass die N-Dynamik im Boden sowie das Pflanzenwachstum simuliert. Ergänzend zu den Satellitenbildern werden hier weitere Datenquellen verarbeitet (Bodenkarten, Pflanzen- und Bodenuntersuchungen, Angaben zum schlagspezifischen Management, Mikroklimadaten)
    Mithilfe des Ökosystemmodells ist es möglich, innerhalb eines Schlages eine individuelle N-Düngeempfehlung abzuleiten, die in eine für das Schlepperterminal konforme Applikationskarte übersetzt wird.

Quelle: Jens Wester, NAN

Erste Ergebnisse

Im ersten Versuchsjahr konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen den Düngevarianten nachgewiesen werden. Der Effekt der Teilflächen ist nach Ergebnissen des ersten Versuchsjahres bedeutsamer als der Effekt der Düngevarianten. Eine eindeutige Aussage kann allerdings erst nach Abschluss des Projektes getroffen werden. Es muss über mehrere Jahre ein Vergleich der Varianten auf unterschiedlichen Betrieben, auf möglichst vielen Standorten mit wechselnden Böden durchgeführt werden, um ein übertragbares Ergebnis zu erzielen. 

Wie es weitergeht

In einem zweiten Versuchsjahr 2021/22 werden daher weitere Großflächenversuche angelegt. Durch weitere Daten von möglichst vielen Schlägen entsteht ein aussagekräftigerer Datensatz , der zeigt, ob sich die Ergebnisse des ersten Versuchsjahres bestätigen.

Projektpartner

Bei dem Projekt PreciseN arbeiten unter Federführung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen das Netzwerk Ackerbau Niedersachsen e.V. (NAN) mit der Universität Göttingen (Abteilung Agrartechnik), dem Forschungszentrum für landwirtschaftliche Fernerkennung,  dem Julius-Kühn-Instituts, der LUFA Nord-West sowie vier Projektbetrieben daran, die Düngemenge innerhalb eines Schlages optimal zu verteilen.

Das Projekt wird gefördert aus Mitteln des ELER-Fonds.
Unter dem folgenden Link können Informationen zum Projekt abgerufen werden:

https://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/56/nav/1195/article/35620.html

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